Presseschau

Die Gesamtansicht

Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von fv | | Anthropologie | Deutsch | Evolution

Wieviel Alphatier steckt im Menschen?

Leithammel, Silberrücken und Spitzenpolitiker Eine kürzlich in der Fachzeitschrift "Trends in Ecology and Evolution" veröffentlichte Studie vergleicht das Führungsverhalten unter Tieren und unter Menschen. Nun muss man solche direkten Vergleiche immer mit großer Vorsicht interpretieren, nur allzu schnell finden Projektionen statt von der Menschenwelt in die Tierwelt. Und doch scheint es interessante Parallelen zu geben, etwa die, das zu einer erfolgreichen Führungsrolle Lebenserfahrung gehört. Eine einfache Durchsetzungsgewalt reicht also nicht aus. Doch viel weiter tragen die Beobachtungen nicht.... Die Konsequenz des Spiegel-Autors: Merkel und Oberlöwe haben ähnliche Führungsmuster, ist dann doch etwas weit hergeholt! - fv

Erstellt von hhp | | Deutsch | Evolution | Evolutionismus | Giordano-Bruno-Stiftung | Neuer Atheismus | Politik | Schmidt-Salomon | Schöpfung | Schule | Umfrage

Evolution sollte schon in der Grundschule gelehrt werden - evokids

Der Beitrag stellt die Forderung einer Expertengruppe vor, Lehrpläne zu ändern und Evolution schon in der Grundschule zu lehren. Verabschiedet wurde dies in einer Resolution, deren Wortlaut wiedergegeben wird. Die pädagogischen Bedenken, das Thema überfordere Grundschüler, sei mit empirischen Gründen ausgeräumt, heißt es dort. Dass Evolution bisher in keinem Grundschullehrplan Platz finde, stehe im Widerspruch zur Bedeutung der Evolutionstheorie bei allen Lebenswissenschaften. Der Anspruch wird jedoch über die Lebenswissenschaften hinaus ausgeweitet: Evolution sei der "wohl wichtigste Bestandteil des modernen Welt- und Menschenbildes". Hier dürfte für manche der Bogen weltanschaulich allzu überspannt und etwas mehr Bescheidenheit angebracht sein. Die Gefahr des Biologismus zeigt sich auch in der impliziten Frontstellung gegen Religion und Weltanschauungen: Während man im Zusammenhang mit Wissenschaft von "Erkenntnissen" spricht, gerät Schöpfung in den Kontext von "Mythen", und religiös-weltanschauliche Erziehung drohe Schüler zu "beeinflussen". Die Beteiligung der Giordano-Bruno-Stiftung und des explizit atheistischen AK Evolutionsbiologie schlagen hier anscheinend zu Ungunsten weltanschaulicher Neutralität durch. Dem eigentlich plausiblen Anliegen, Evolution in die Grundschule zu bringen, dürften diese völlig unnötigen Frontstellungen eher schaden als nutzen. - hhp

Erstellt von hhp | | Deutsch | Evolution | Kreationismus

Die Fossilien von Dmanissi aus kreationistischer Sicht - ag-evolutionsbiologie

Übergangsformen passen so gar nicht in ein kreationistisches Weltbild, das von unverbundenen Grundtypen ausgeht: Großaffen und Menschen sind demnach durch eine unüberbrückbare Lücke getrennt. Wie werden Kreationisten - so fragt Hansjörg Hemminger - mit Fossilfunden fertig, die diese Lücke zu schließen beanspruchen? Da solche Übergangsformen aus einem Mosaik von archaischen und modernen Merkmalen bestehen, greife der Kreationist schlicht die modernen heraus, lasse die archaischen unberücksichtigt, und rechne den Fund zum modernen Menschen. So messe Michael Brandt "den archaischen Merkmalen des Schädelbaus ... kein Gewicht bei, sondern bewertet ausschließlich den Bau der Extremitäten, den er für modern hält". Damit führe Brandt "seine Leserschaft in die Irre". Hier kann man Brandt allerdings wohlwollender lesen. In der von Hemminger kritisierten Veröffentlichung erwähnt Brandt durchaus die geringe Schädelkapazität, lässt sie aber deshalb unberücksichtigt, weil der Erstbeschreiber des Fossilfundes selbst sich auf die "postkranialen" (= unterhalb des Schädels befindlichen) Merkmale beschränkt und in diesen den Übergangscharakter des Fundes festmacht. Wenn Brandt im Gegenzug diesen Merkmalen (konkret der Schultermorphologie) den Übergangscharakter abspricht, ist dies nicht von vornherein methodisch illegitim. Der Schluss von einem einzigen Merkmal auf ein "Homo erectus kein 'Missing Link'" greift jedoch zu kurz. Dies könne man - jetzt wieder mit Hemminger - "nur dadurch beurteilen, dass man möglichst viele Merkmale heranzieht". Hier übergehe Brandt "die offensichtliche Tatsache, dass sich - selbst wenn er in Bezug auf das Schulterskelett Recht hätte - am Übergangscharakter dieser fossilen Funde nichts ändern würde". - hhp