Presseschau

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Die Presseschau bietet kurze aktuelle Lesehinweise , zusammengestellt und kommentiert von Silke Hartmann (sh),  Petra Kühn (pk), Heinz-Hermann Peitz (hhp) und Hildegard Peters (pts) von unserem Kooperationspartner Forum Grenzfragen, und von unseren Redakteuren Andreas Losch (al) und Frank Vogelsang (fv).

Erstellt von hhp | | Englisch | Inflation | Kosmologie | Wissenschaftsgeschichte

Planck: Gravitational Waves Remain Elusive - ESA

Was lange vermutet wurde, scheint nun offiziell: Die Entdeckung von Gravitationswellen aus der Zeit kurz nach dem Urknall war ein Irrtum. Die Daten des Südpolteleskops BICEP2, die Anlass zu der vermeintlichen Entdeckung waren, sind nun mit den Daten von ESAs Planck Satelliten abgeglichen worden. Diese gemeinsame Analyse "hat keinen schlüssigen Beleg für uranfängliche Gravitationswellen gefunden". Für die gemessenen Effekte könne interstellarer Staub der Milchstraße genauso verantwortlich sein. Die Daten fallen nun zwar als Indikator für die sog. kosmische Inflation (eine Phase rascher Expansion des Universums) aus, diese sei damit aber keineswegs vom Tisch. Nur liege sie derzeit jenseits der Nachweisgrenze. - hhp

Erstellt von hhp | | Kosmologie | Deutsch | Naturwissenschaft | Physik | Schöpfung | Theologie | Wissenschaftsgeschichte | Wissenschaftstheorie

Gott und der Urknall - Publik-Forum 1/2015, 26-29

Können naturwissenschaftliche Theorien Grundfragen des Daseins beantworten? Für ein entschiedenes "Nein" plädiert der Autor Frank Vogelsang und macht dies am Beispiels des Urknalls deutlich. Scheinbar war der Übergang von der Newtonschen Welt ohne Anfang zu einem Kosmos mit Anfang ("Urknall") theologisch anschlussfähiger. Tatsächlich jedoch - so Vogelsang - "muss vor einer solchen voreiligen Identifizierung von Schöpfung und Urknall nachdrücklich gewarnt werden". Schließlich könnten sich Erkenntnisse samt vermeintlicher Anschlussfähigkeit ändern, man denke an Multiversums- oder anfangsfreie Theorien à la Hawking. Sich auf bestimmte physikalische Theorien festzulegen ist der Theologie aber nicht nur aus strategischen Gründen verwehrt. Solche Theorien "können aus grundsätzlichen methodischen Überlegungen heraus keine theologischen Erwartungen bedienen". Theologie komme dann ins Spiel, wenn es um "Lebenswelt" geht, die umfassender ist als das, was naturwissenschaftlich beschrieben werden kann. - hhp

Erstellt von hhp | | Anthropisches Prinzip | Außerirdische | Englisch | Evolution | Kosmologie | Physik

MIT Science Prof Threatens to Undo Everything Religious Right Holds Dear

"Sieh an, die Kreationisten sind besiegt und das Problem der Lebensentstehung ist gelöst" bespöttelt PZ Myers den vorliegenden Artikel, indem er die Kerngedanken auf den Punkt bringt (http://scienceblogs.com/pharyngula/2015/01/04/bafflingly-hyperbolic/). Es geht um die testbare Behauptung Jeremy Englands, das Leben sei nicht zufällig, sondern notwendig entstanden. "Unter bestimmten Bedingungen" sei Leben nicht nur möglich, sondern wahrscheinlich, wenn nicht unausweichlich. Das betreffe die Erde, aber auch erdähnliche Planeten. Wenn Englands Idee, die sich um den zweiten Hauptsatz der Themodynamik dreht, Erfolg habe, wäre dies "offensichtlich ein epochaler wissenschaftlicher Fortschritt". Der genannte Myers bezweifelt indes die revolutionäre Neuheit des Gedankens; die Kreationisten damit gar zu entsetzen, hält er für lachhaft - so sehr Myers deren Niederlage auch wünschen mag. - hhp